Der Nachwuchs – Al Capone von Kairo

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Er hat nur einen Vornamen. Geht in einem Taxi seiner Arbeit nach und versorgt Kairo mit billigem West-Schnaps.


Das Alkoholikerparadies von Kairo liegt versteckt in einer Ecke des Sheraton-Hotels. Der Weg führt über abgewetzte Marmorfußböden in einen düster beleuchteten Raum. Ein bisschen Scharm muss wohl dabei sein. Doch dieser Umschlagplatz für Alkoholika kann sich sehen lassen. Wodka und Luxuswhisky, alle Marken, alles Kistenweise.

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Die Prozedur ist eingespielt. Der Nachwuchs Al Capone reist frische Touristen auf. Wer länger als 48 Stunden im Land ist, darf nicht mehr im Duty-free-Shop einkaufen. Er lotst sie in ein Taxi, die Fahrt führt über den Nil zum Nebeneingang des Sheraton. Dort liegt der Duty-free-Shop mit ein paar Flaschen Alibi-Parfum und ganz viel Sprit. Er blättert 200 Dollar auf den Tisch, der Tourist muss seinen Pass abgeben. Pro Person ist ein Einkauf erlaubt. Dieser wird penibel im Einreisestempel neben dem Visum vermerkt.

Die Prohibition in Kairo ist keine echte. Die Bars der großen Hotels lassen keine Wünsche offen. Die Preise haben westlichen Standards. Doch Ägypter sind keine gern gesehenen Gäste. Das lokale Bier ist so wässrig wie teuer und der einheimische Schnaps ungenießbar. Diese Versorgungslücke schließt der Schnapsdealer. Er versorgt den Ägyptischen Markt mit Marken-Sprit aus dem Sheraton.

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Ein Tischdrucker spuckt drei Kassenzettel aus, alles auf Arabisch. Die meisten Touristen verstehen nichts. In der Ecke sitzt ein Zollbeamter. Er kontrolliert Pass und Kassenzettel, hackt auf seine Computertastatur herum und knallt seinen Segen mit drei Stempeln auf die Kassenzettel. Nun geht alles sehr schnell. Drei Flaschen Schottischer Whiskey wandern in undurchsichtigen Plastiktüten über die Theke. Die Bande verabschiedet sich.

Das Taxi lässt Al Capone vor einem unscheinbaren Restaurant halten. Er entschuldigt sich, zuerst seine Beute wegschaffen zu müssen, rückt ein paar Scheine aus und empfiehlt Menü Nummer drei.

Auf dem Essenstisch landet eine arabische Reispfanne mit Nudeln, Gemüse und scharfer Soße. Und irgendwo in Kairo stoßen ein paar Einheimische mit der Schmuggelware an. Niemand möchte dafür ein ägyptisches Gefängnis kennen lernen, aber für Whiskey und Restaurant-Geheimtipps sind viele zum Alkoholschmuggel bereit.

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3 Antworten to “Der Nachwuchs – Al Capone von Kairo”

  1. Daniel Says:

    du bist in den schnapshandel eingestiegen, alter gonzo-man. naja, das hätten wir ja ahnen können. see you in kairo!

  2. Aline Says:

    “ Nachwuchs Al Capone “ ???? Ich hoffe dir gehts gut und du trinkst nicht zuviel in der Arbeit, es würde sich ja zumidest anbieten;-). Halt Augen und Ohren weit geöffnet…

  3. Thomas Says:

    Übe schon einmal für deine Rückkehr nach Deutschland. Hier bedarf es jedoch eines Capones, der in Zigaretten macht. Jedenfalls bald. Machenschaften bezüglich privater Raucherclubs sind schon jetzt gefragt. Übe. Übe fleißig!

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