Israelkritik aus ägyptischer Sicht

Die Israelis mal wieder. Sie töten Palästinenser, begehen Völkermord. Doch eigentlich gemeint sind die Juden. Ein Blick aus Ägypten auf ein paar Klassiker der Israelkritik.

Die Palästinenser leben in ähnlich armen Verhältnissen, wie Ägypter in den Vorstädten von Kairo oder im Nildelta. Sie werden ähnlich verfolgt, wie Regimekritiker in der Islamischen Republik oder sudanesische Flüchtlinge. Mit einem Unterschied: Ägypten betrachtet das Töten von Menschen als Lösung, Israel als letztes Mittel.

Vielleicht hat Israel es auch deshalb „nur“ auf ein paar Tausend tote Palästinenser seit der ersten Intifada gebracht. Nur ist es gemeinhin zynisch Todeszahlen aufzurechnen. Doch Russland brauchte dafür in Georgien gerade einmal ein paar Tage.

Israel schneidet die Palästinenser von wichtigen Grundgütern wie Nahrung, Wasser, Elektrizität, Bildung & Gesundheitsfürsorge ab. Die Nachfahren der Pharaonen liefern sich Scharmützel um subventioniertes Brot, leben in Vorstädten ohne fließend Wasser und Strom; es gibt zu wenig Schulen bei einer hohen Analphabetenrate und das öffentliche Gesundheitssystem liegt am Boden.

Krankenwagen werden an israelischen Checkpoints schikanös lange aufgehalten. In Kairo ist es der Verkehr. Martinshorn und Blaulicht bewirken nichts, jede Ambulance muss den Kampf um die Lücke im Stau genauso austragen wie Taxis oder Minibusse.

Israel sperrt die Menschen ein. Ägypten ist durchzogen von Checkpoints. Junge Männer werden aus Bussen geholt oder dürfen ohne Grund nicht in bestimmte Gebiete reisen. Das Land zu verlassen ist für viele tabu. Zuvor müssen sie in die Armee, mit einem Gewehr in der Wüste stehen, viele von ihnen für drei Jahre mit anschließender Reservistenzeit.

Die palästinensischen Brüder lässt man nicht ins Land, die Juden schon. Aber sudanesische und libysche Brüder sind auch nicht gern gesehen. Nur stört das keinen.

Der bösen Macht Israel wünschen die meisten Ägypter genauso ein schnelles Ende, wie der eigenen Regierung. Man lacht sich ins Fäustchen, wenn die zweite Parlamentskammer abbrennt. Aber Israel bekämpft man, wenn man es denn kann. Die eigene Regierung, die hasst man einfach nur.

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Eine Antwort to “Israelkritik aus ägyptischer Sicht”

  1. Mahmoud Badr Says:

    Was für ein Unsinn!

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